Indikationen / Anwendungsbereiche

Die Integrative Therapie wird aufgrund ihrer Ausrichtung an der Psychologie der Lebensspanne (Rutter, Rutter 1992; Petzold 1993a, 1999b) in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, alten Menschen und Hochbetagten als Einzel-,
Gruppen-, Familien- und Netzwerktherapie eingesetzt (Petzold 1988n, Bd. 2; 1993a; 2004a, 2005a, 2006v, 2007d; Petzold, Ramin 1987; Petzold, Müller 2004; Petzold, Orth 1990/2007, Bd. 2; Petzold, Josic, Erhardt 2006; Brühlmann-Jecklin, Petzold 2004).

Ausserdem kann sie aufgrund ihres komplexen theoretischen Ansatzes und ihres breiten behandlungsmethodischen und - technischen Instrumentariums bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Patientenpopulationen zur Anwendung kommen. Ihre kreativtherapeutischen und leibtherapeutischen Möglichkeiten machen sie für die Behandlung psychosomatischer bzw. somatoformer Störungen (Heinl 1997; Leitner 2003), nicht zuletzt bei Patienten aus benachteiligten Schichten mit eingeschränkter Verbalisationsfähigkeit, sehr geeignet. Die emotionszentrierten Methoden und die erlebnisaktivierende Praxis ermöglichen die erfolgreiche Behandlung des ganzen Spektrums neurotischer Erkrankungen (Petzold 1993b). Die Kombination verbaler und nonverbaler und kreativ-medialer Vorgehensweisen (Petzold 2004j, Petzold, Orth 1990/2007, Bd. 2) schliesslich bietet auch für ansonsten schwer zugängliche Patientenpopulationen mit psychiatrischen Erkrankungen Behandlungsmöglichkeiten.

Der Integrative Ansatz hat in der Therapie mit AlterspatientInnen Pionierarbeit geleistet (Petzold 2004a, 2006a; Petzold, Bubolz 1976, 1979; Spiegel-Rösing, Petzold 1984). In der Behandlung der Drogen- und Rauschmittelabhängigkeit zählt die Integrative Psycho- und Soziotherapie international zu den profiliertesten Verfahren (Petzold 1974b, Petzold, Thomas 1997, Petzold, Schay, Ebert 2004; Petzold, Schay, Scheiblich 2006). Für die Traumatherapie (Petzold 1997e, 1998l, 2001m; Petzold, Wolf et al. 2000, 2002), für Trauer- und Trostarbeit (Petzold 2004l) und zur therapeutischen Arbeit mit dem Willen bzw. mit Willensproblemen wurden eigenständige Ansätze entwickelt (Petzold 2001i; Petzold, Sieper 2004; 2007a, b).