Die Methoden

Die Praxis der Behandlung - Methoden, Techniken und Medien

Die Integrative Therapie verfügt auf der Grundlage der Breite ihres Ansatzes über ein reiches Repertoire an Methoden (Petzold 1993a), z.B. Integrative Leib- und Bewegungstherapie, Integrative Kunsttherapie, Integrative Musiktherapie (siehe die Beiträge in Petzold, Sieper 1993), Behandlungstechniken (z.B. Rollentausch, Identifikations- und Dialogtechnik, Lebenspanorama, Körperbilder etc.). Von Petzold und Sieper wurde 1965 das Konzept der -kreativen Medien" und der -Intermedialität" (z.B. Farben, Puppen, Kollagen, Ton usw.) in die Psychotherapie eingeführt, die indikationsspezifisch und prozessorientiert eingesetzt werden können (Petzold, Orth 1990a/2007a, b; Petzold, Sieper 1993a). Sie stehen immer aber im Rahmen einer tragfähigen, empathischen therapeutischen Beziehung. Diese bildet die Grundlage der Heilung (Petzold 1991b).

Die vier Wege der Heilung

Aus den verschiedenen Praxeologien der therapeutischen Verfahren haben wir in der Integrativen Therapie "vier Wege der Heilung und Förderung" und "14 Heilfaktoren" herausgearbeitet (Petzold 1988n, 2003a).

  • Der erste Weg zentriert auf Sinnerfahrung und Vermittlung von Einsicht.
  • Der zweite Weg auf emotionale Nachsozialisation und Vermittlung von Grundvertrauen durch "korrigierende Erfahrungen (z.B. durch Prozesse des "Parentings", der "Nach-Beelterung").
  • Der dritte Weg zielt auf Erlebnisaktivierung und die Ermöglichung "alternativer Erfahrungen", z.B. durch Formen kreativtherapeutischer Gestaltung.
  • Der vierte Weg will Solidaritätserfahrungen vermitteln, Empowerment geben und eine "exzentrische Sicht" auf krankmachende, gesellschaftliche Zusammenhänge ermöglichen. Soziotherapeutische Massnahmen und Netzwerkarbeit sind hier wichtige Instrumente (Petzold, Schay, Scheiblich 2006; Hass, Petzold 1999; Jüster 2007).