Das Verfahren

Die Integrative Therapie ist ein moderner Ansatz ganzheitlicher und differentieller Psychotherapie bzw. "Humantherapie", der dem "neuen Integrationsparadigma" in der Psychotherapie zuzuordnen ist (Petzold 1992), das an der empirischen Therapieforschung und klinischen Psychologie, der Neurobiologie und der modernen Wissenschaftstheorie und klinischen Philosophie orientiert ist (Petzold 2003a, 2005r).

In der Integrativen Therapie ist das Konzept der "Transversalität", der permanenten Überschreitung von Wissensständen unter Durchquerung der relevanten Wissens- und Erfahrungsfelder (Petzold 1992a/2003a; 2005r; Schuch 2007; Haessig 2007) zentral. Sie sieht sich als "transversales" Verfahren in permanenter Entwicklung.

Ein besonderes Anliegen ist der Integrativen Therapie das Engagement für PatientInnen (Petzold 2006n), die aus intersubjektiver Grundhaltung und im Respekt vor der "Andersheit des Anderen" (Levinas) am Therapiegeschehen partnerschaftlich beteiligt sind, wie es die "Integrative Grundregel" für die Therapie verlangt, damit Risiken und Nebenwirkungen durch Therapie vermieden werden (Märtens, Petzold 2002; Petzold 2007e).

"Der Integrative Ansatz ist keine Kombination oder Aneinanderreihung therapeutischer Verfahren und Methoden, sondern er sucht in diesen nach spezifischen und allgemeinen Wirkmomenten und Konzepten, um auf dieser Grundlage eigenständige, schulenübergreifende Theoriekonzepte und Praxisstrategien zu entwickeln, in denen die besten Elemente der traditionellen Schulen - sich wechselseitig ergänzend - einbezogen sind und aus dieser Synergie eine neue, mehrperspektivische Sicht und ein neuer Weg der Behandlung entstehen kann: "Integrative Therapie" (Petzold 1965, 1974j, 1992a, Sieper, Orth, Schuch 2007).

 

Was brauchen Menschen um gesund zu bleiben?

"Eine tragfähige Beziehung und empathisches Verständnis für erlebtes Leid, konkrete Hilfe in Problemlagen, Einsicht in die gesellschaftlichen Bedingungsgefüge der Biographie, des aktualen Lebensentwurfes und der Zukunftsentwürfe, Bewusstheit für den eigenen Leib (das ist der erlebte Körper) sowie Räume für emotionalen Ausdruck und soziales Miteinander, das ist es, was unsere Patienten brauchen, um gesund zu werden, was Menschen brauchen, um gesund zu bleiben, und was Psychotherapie bereitstellen muss, um wirksam zu sein. Dabei müssen vielfältige, kreative Methoden und Medien eingesetzt sowie differentielle und integrative "Wege der Heilung und Förderung" (siehe unten) beschritten werden. Dies ist die Richtung, die wir in der Praxis der Integrativen Therapie eingeschlagen haben" (Petzold 1993a).